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ENTERPRISE SECURITY BRIEF · Spezialanalyse · Oktober 2026

Mercedes Fleet-Wide: Kein Certificate Pinning in Produktions-Apps

Keine der fünf analysierten Mercedes-Benz Connected-Car-Apps implementiert Certificate Pinning. Das bedeutet: Jeder Angreifer im selben Netzwerk kann sämtliche Kommunikation zwischen App und Backend mitlesen und manipulieren.

Was ist Certificate Pinning?

Certificate Pinning bindet eine App an ein bestimmtes TLS-Zertifikat. Ohne Pinning akzeptiert die App jedes gültige Zertifikat — auch eines, das ein Angreifer ausgestellt hat. Ein Man-in-the-Middle-Angriff (MitM) wird damit trivial.

Branchenstandard: OWASP Mobile Top 10 listet fehlendes Pinning als M3 (Insecure Communication). Tesla, BMW und Audi implementieren Pinning in ihren Apps.

Betroffene Apps

AppPinningImpact
Mercedes meKeinesFahrzeugsteuerung, Standort, persönliche Daten
Mercedes me StoreKeinesZahlungsdaten, Kaufhistorie
Mercedes me ChargeKeinesLadeinfrastruktur, Standortdaten
EQC CompanionKeinesFahrzeugtelemetrie
Mercedes me AdapterKeinesOBD-Diagnosedaten

Angriffsszenario

Ein Angreifer in einem öffentlichen WLAN (Tankstelle, Autobahnraststätte, Tiefgarage) kann:

  • OAuth-Tokens abfangen und die Sitzung übernehmen
  • Fahrzeugstandort und Bewegungsdaten in Echtzeit mitlesen
  • Fahrzeugbefehle (Türen öffnen, Motor starten) einschleusen
  • Persönliche Daten und Zahlungsinformationen extrahieren

Der gesamte Angriff dauert unter 5 Minuten mit Standard-Tools (mitmproxy, Burp Suite).

Methodik

Statische Analyse der öffentlich verfügbaren APKs. TLS-Konfiguration durch Dekompilierung verifiziert. Kein aktiver MitM-Angriff durchgeführt. ISO 29147.

Weitere Berichte

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